Evangelisch-methodistische Kirche
Christuskirche
Frankfurt-Innenstadt
Besondere Veranstaltung 2012
Konzert für alle

 

"(Liebes-) Lieder und Klaviermusik aus der Romantik"
Das Konzert fand am 03. Juni 2012 statt.

Konzertrückschau


Kathleen Fritz (Mezzosopran) und Tatjana Juryeva (Klavier)

Während nach dem Sintflutregen des Nachmittags das Bergerstraßenfest allmählich wieder zu rocken begann, trafen sich bei festlicher Kerzenbeleuchtung in der Christuskirche etwa 80 Zuhörer, um einem Konzert mit romantischer Musik zu lauschen – welch ein Kontrast! Für Kathleen Fritz – Mezzosopran - war es eine Premiere. War sie bisher viele Jahre als Sängerin in einer Band aufgetreten und hatte als Stimmtrainerin und Chorleiterin andere zum Sprechen und Singen angeleitet, wagte sie erstmals ein Solokonzert mit klassischem Programm. Beim ersten Stück, der Widmung von Robert Schumann war noch etwas Anspannung spürbar, aber dann entfaltete sie bei den folgenden Liedern (Robert Schumann, An die Musik und Du bist die Ruh) immer mehr ihre warme, klare Stimme. Nach dem Eingangsteil brillierte Tatjana Jurayeva mit zwei Impromptu (Op.90) von Franz Schubert, wo sie vor allem mit dem ersten in Es-Dur einen virtuosen Klangteppich ausbreitete, man meinte, die Regengüsse des Tages hätten sich in eine nicht enden wollenden Wellenbewegung verwandelt – und das Publikum belohnte sie mit begeisterndem Applaus.
Es folgten Lieder von Robert Schumann (Er ist’s, Jasminenstrauch, Erstes Grün, Ein Jüngling liebt ein Mädchen), unter der souveränen und dezenten Begleitung von Yuraeva konnte Kathleen Fritz uns die Schönheit und den Trost dieser Lieder ausmalen. Die darauf folgende Ballade von Johannes Brahms, ein Allegro energico überschüttete uns wie der Himmel am Mittag mit wilden Kaskaden von Akkorden, die nach einem etwas bedächtigeren Mittelteil wieder aufs neue wirbelten, vom Juaryeva souverän gemeistert. Im dritten Gesangsteil kamen selten gesungene Lieder von Clara Schumann zu Gehör (Liebst du die Schönheit, Warum willst du andre fragen, Ich stand in dunklen Träumen). Nach einer Ballade von Chopin (F-Dur, op 38) dann der abschließende Gesangszyklus mit Liedern von Mendelssohn-Bartholdy: Auf Flügeln des Gesangs, Lieblingsplätzchen, Es weiß und rät doch keiner.

Es war ein schöner Gesangsabend und die gelungene Premiere wird Kathleen Fritz sicher ermutigen, weitere Konzerte zu wagen und sie wird sich vermutlich gerne wieder Tatjana Jurayeva als Begleiterin suchen, die ganz gelöst und nie aufdringlich ihren Gesang untermalte. Begeisterter Applaus der Zuhörer, darunter sicher auch einige Fans der Solistin, die dann noch mit zwei Zugaben belohnt wurden: Schumann: Ich will meine Seele tauchen und Schubert: O wie schön ist deine Welt.
Danke für diesen Liederabend, von Brunhilde Krüger liebevoll moderiert, das Gewummere von der Berger zwischendurch hat eigentlich kaum gestört und keinesfalls verlockt, die Bühne zu wechseln.


Hans-Ulrich Hofmann

Evangelisch-methodistische Kirche - Christuskirche,  Merianplatz 13,  60316 Frankfurt